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Mehr als nur eine Begegnung

Interreligiöser Schulbesuch durch ein Team von „meet2respect“ in den Beruflichen Schulen Gelnhausen

v.l.n.r. Schulpfarrerin Helga Czysewski, Konrektorin Claudia Abend, Jasmina Makarevic und Rabbiner Alter vom Team „meet2respekt“, Schuldirektor Reiner Flach

„Das war ganz toll“, so eine angehende Erzieherin, „ich habe etwas Neues über zentrale Werte wie Respekt, Toleranz und Gewaltfreiheit in den Religionen erfahren“. Und eine andere ergänzt: „Das war echt ein gelungenes Beispiel für einen jüdisch-muslimischen Dialog“. Seit November 2025 setzt das interreligiöse Schulprojekt meet2respect ein starkes Zeichen für Respekt und Zusammenhalt. Authentische Vertreter*innen der jeweiligen Religion besuchen in Tandems oder auch Tridems (jüdisch-muslimisch-christlich) gemeinsam Schulklassen. Sie sprechen sich dabei klar gegen die Diskriminierung, Ausgrenzung und Beleidigungen Andersgläubiger aus und gehen miteinander und mit den Schulklassen in einen konstruktiven Dialog.

Im Rahmen des Projektes „meet2respect“ besuchten der jüdische Rabbiner Daniel Alter und zwei Lehrkräfte muslimischen Glaubens, Verena Ben Neticha und Jasmina Makarevic, an zwei verschiedenen Tagen mehrere Klassen der Beruflichen Schulen Gelnhausen. Ziel war es, das gegenseitige Verständnis und das friedliche Miteinander der Religionen zu fördern.

Als lebendiges Beispiel für ein freundschaftliches, respektvolles interreligiöses Miteinander führten sie einen konstruktiven Dialog mit den Schüler*innen. Dabei wurden auch eigene Erfahrungen von Hass und Diskriminierung angesprochen. Rabbi Alter berichtete, dass er dieses Projekt 2012 in Berlin mitbegründet habe, nachdem er auf offener Straße angegriffen und beschimpft worden sei. Auch allgemeine und persönliche Fragen der Schüler*innen beantwortete das Team: Können sich alle drei Religionen vertragen? Warum glauben Sie an Gott? Wieso braucht man Religion als moralischen Leitfaden? Was ist der Unterschied zwischen Muslimen in verschiedenen Kulturen und Ländern? Wie sind konservative Religionen mit progressiven Gesellschaften zu vereinen?

Moderiert hat das Gespräch im Rahmen des Religionsunterrichtes Schulpfarrerin Helga Czysewski. Schüler*innen der „Höheren Fachschule für Sozialassistenz“ und aus dem Fachbereich Wirtschaft zeigten sich sehr aufgeschlossen und interessiert. Es wurde deutlich, dass Juden und Muslime in der Ausübung ihrer Religion sehr viel Ähnlichkeiten haben und sich Antisemitismus vor allem dann zeigt, wenn man wenig von der eigenen Religion versteht. „Es ist sehr viel Nichtwissen vorhanden, das betrifft alle drei Religionen“, so Schulpfarrerin Czysewski. Auch erklärten die Religionsvertreter*innen, dass viele Rituale, die religiös begründet werden, vielfach kulturelle und geschichtliche Ursprünge hätten wie z. B. die Regel, dass nur innerhalb der Religion geheiratet werden darf. Das Gespräch mit authentischen Vertreter*innen der Religionen konnten dazu beitragen, rassistische und religiöse Vorurteile untereinander abzubauen.

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