Die Lage im Nahen Osten hat sich durch den erneuten Krieg gegen den Iran weiter verschärft. Die Angriffe zwischen Iran und Israel bzw. den USA dauern an und sind völkerrechtlich weiterhin umstritten. Besonders die Zivilbevölkerung in der Region leidet massiv unter Raketen- und Drohnenangriffen. Die Auswirkungen sind global spürbar.
Vor kurzem besuchte der neue Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Heiligen Land (ELCJHL), Imad Haddad, Kirchenpräsidentin Dr. Christiane Tietz in Darmstadt und berichtete von der Situation vor Ort. Bereits im Dezember 2025 war Anton Goodman, Geschäftsführer der „Rabbiner für Menschenrechte“, Gast im Zentrum Oekumene.
Täglich erreichen uns Nachrichten und Bitten um Unterstützung, wie die von Pfarrer Ashraf Tannous aus Bethlehem (siehe unten) – seiner Bitte um Gebete kommen wir gerne nach. Mit unseren israelischen und palästinensischen Partnern stehen wir in kontinuierlichem Austausch, denken an sie und beten für ihre Sicherheit und ihr Wohlergehen.
Gebet 1
Gott, Quelle allen Lebens.
Voller Sorge sehen wir, wie sich die Spirale der Gewalt in den letzten Tagen weitergedreht hat.
Wir denken an die Menschen im Nahen und Mittleren Osten, die unter Bomben, Zerstörung und Ungewissheit leiden.
Wir wenden uns an dich und bitten
- Dass die Menschen im Nahen und Mittleren Osten in Freiheit und selbstbestimmt leben können
- Dass das Morden ein Ende nimmt
- Dass die Region zu einem gerechten Frieden kommt
- Dass die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft sich an den Regeln des Völkerrechts orientieren und für deren Einhaltung eintreten
Segne du diejenigen, die sich für Frieden einsetzen und Brücken zwischen den Völkern bauen, so dass Deine Botschaft des Friedens Wirklichkeit werden kann.
Amen
(P. Noss/D. Meißner)
Gebet 2
Gott, Quelle allen Lebens. Zu Dir wenden wir uns.
Wir sehen, was gerade in der Welt passiert.
Die Spirale der Gewalt hat eine neue Drehung erhalten.
Nicht nur in der Ukraine werden Recht und Moral mit Füßen getreten, auch im Iran und an anderen Orten in der Welt.
Wir wünschen uns Frieden, Freiheit und Demokratie für die Menschen in der Region.
Und beten dafür.
Wir wünschen uns Stabilität und Dialog, Gerechtigkeit und Lösungen ohne Gewalt.
Und beten und handeln dafür.
Menschen leiden unter der Gewalt, unter dem Einsatz der Waffen:
in der Ukraine, in Israel/Palästina, im Libanon, in Syrien und im Iran.
Menschen werden im Iran von ihrem Regime unterdrückt und verfolgt.
Wir beten für sie und dafür, dass die Bedrohung und die Gewalt enden.
Wir beten für die Soldat*innen und Soldaten, für die Verantwortlichen der Kriegshandlungen, für die Verantwortlichen in der Politik. Lass sie verantwortlich handeln und nicht die Grenzen von Kriegs- und Völkerrecht überschreiten.
Segne die, die sich für Frieden einsetzen und nach Alternativen zur Gewalt suchen.
Segne die, die Perspektiven für ein friedliches und demokratisches Miteinander suchen und an einem gemeinsamen Haus bauen, so dass Deine Botschaft des Friedens Wirklichkeit werden kann.
Amen
(P. Noss)
Brief Pfarrer Ashraf Tannous aus Bethlehem (Übersetzung unten)
Dear sisters and brothers near and far
Dear friends
Dear colleagues
I greet you from the city of peace Bethlehem, from the city of the shepherds Beit sahour, hoping and praying that you, your families and everything relates to you is doing well.
Today, I send you this email to ask you to hold us and this region in your prayers. To shout out loud: just peace has to prevail. Peace without justice and equality is like a green, beautiful tree bearing no fruits.
The Middle East is facing a serious threat and crisis. We ask you to stand for Peace and send your governments letters to put pressure on the decision makers to stop this war and go into negotiations. Everyone has to respect the international laws. No one is above the law. If it happens once it will happen all the time, then we will live in a wilderness governed by violence, threat and crisis. Today I send you this message to tell you that the situation is not easy and we hope and pray that it will not stay for long.
Members of Christmas, Lutheran Church and Beit sahour Lutheran Church are OK, but we are living under lots of fear and stress. The reason is the unclear vision of the coming future. Yet we remain thankful, for we recognize and believe that the incarnated peace, hope, faith and Love (was) born here in Bethlehem, in the Holy Land. This faith is what we grew up with. Therefore, we must protect it, keep it, and save it for ourselves, for our coming generations, to be able to continue sharing it with the whole world
may God bless you all.
--
Rev. Ashraf K. Tannous
Pastor of Christmas Lutheran Church in Bethlehem
Pastor of the Evangelical Lutheran Church in Beit Sahour
Chief Justice of the ELCJHL Ecclesiastical Court
Übersetzung:
Liebe Schwestern und Brüder in nah und fern,
liebe Freunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich grüße Sie aus der Stadt des Friedens, Bethlehem, aus der Stadt der Hirten, Beit Sahour, und hoffe und bete, dass es Ihnen, Ihren Familien und allen, die Ihnen nahestehen, gut geht.
Heute sende ich Ihnen diese E-Mail, um Sie zu bitten, uns und diese Region in Ihren Gebeten zu begleiten. Um laut zu verkünden: Es muss gerechter Frieden herrschen. Frieden ohne Gerechtigkeit und Gleichheit ist wie ein grüner, schöner Baum, der keine Früchte trägt.
Der Nahe Osten steht vor einer ernsthaften Bedrohung und Krise. Wir bitten Sie, sich für den Frieden einzusetzen und Briefe an Ihre Regierungen zu schicken, um Druck auf die Entscheidungsträger auszuüben, diesen Krieg zu beenden und Verhandlungen aufzunehmen. Jeder muss die internationalen Gesetze respektieren. Niemand steht über dem Gesetz. Wenn es einmal passiert, wird es immer wieder passieren, und dann werden wir in einer Wildnis leben, die von Gewalt, Bedrohung und Krisen beherrscht wird. Heute sende ich Ihnen diese Nachricht, um Ihnen mitzuteilen, dass die Situation nicht einfach ist, und wir hoffen und beten, dass sie nicht lange andauern wird.
Den Mitgliedern der Weihnachtskirche, der Lutherischen Kirche und der Lutherischen Kirche in Beit Sahour geht es gut, aber wir leben in großer Angst und unter großem Stress. Der Grund dafür ist die unklare Zukunftsvision. Dennoch bleiben wir dankbar, denn wir erkennen und glauben, dass der fleischgewordene Friede, die Hoffnung, der Glaube und die Liebe hier in Bethlehem, im Heiligen Land, geboren wurden. Mit diesem Glauben sind wir aufgewachsen. Deshalb müssen wir ihn schützen, bewahren und für uns selbst und für die kommenden Generationen retten, damit wir ihn weiterhin mit der Welt teilen können.







